Betriebliche Altersvorsorge und die Steuererklärung

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Besteuerung der betrieblichen Altersvorsorge

Für die meisten Angestellten bietet sich mit der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) eine lukrative Gelegenheit, sich zusätzlich neben der gesetzlichen Rentenversicherung ausreichend finanziell abzusichern. Bei der betrieblichen Altersvorsorge gibt es im Hinblick auf die Besteuerung einiges zu beachten. Insbesondere bei der Besteuerung einer betrieblichen Altersvorsorge bei Einmalzahlung sowie bei Sonderzahlungen, die beispielsweise bei einer Abfindung gezahlt werden. Für viele ist interessant: Wie werden die Beiträge zur bAV während der Ansparphase bzw. später während der Auszahlungsphase korrekt versteuert?

Ist die betriebliche Altersvorsorge steuerpflichtig?

Die Antwort lautet: Ja und nein. Was die Fälligkeit von Steuern anbelangt, lässt sich bei der betrieblichen Altersvorsorge eine klare Trennung zwischen der Ansparphase im Arbeitsleben und der Auszahlungsphase in der Rente ziehen. Während man als Werktätiger normalerweise keine Steuern auf die Beiträge zur Betriebsrente zahlen muss, werden später als Rentner bestimmte Steuern auf die Zahlungen fällig.

Keine Steuerpflicht während der Ansparphase (Angestelltenzeit)

Viele suchen in ihrem Formular zur Einkommenssteuererklärung vergeblich nach einem Feld, wo sie ihre Beiträge zur Betriebsrente eintragen können – und versuchen beispielsweise diese Ausgaben als Vorsorgeaufwendungen geltend zu machen. Das ist verständlich, denn man möchte ja möglichst viele Ausgaben anbringen, um die eigene Steuerschuld zu verringern. Dass es hierfür keine entsprechende Position gibt, ist allerdings kein Fehler, sondern eigentlich ganz logisch. Das lässt sich damit erklären, dass das Geld, was in die bAV fließt, direkt vom Bruttoeinkommen abgezogen wird und bis zu bestimmten Grenzen nicht versteuert wird. Man spart also auf diese Beiträge bereits bei der Einzahlung Steuern.

2022 gelten für die betriebliche Altersvorsorge folgende Freibeträge:
steuerfrei sind 564 Euro monatlich bzw. 6.768 Euro jährlich
sozialabgabenfrei sind 282 Euro monatlich bzw. 3.384 Euro jährlich
Für alle Zahlungen, die über diese Freibeträge hinausgehen, fallen die üblichen Beitragssätze an. Haben Sie eine betriebliche Altersvorsorge in Form einer Direktzusage oder Unterstützungskasse, sind die Beiträge sogar unbegrenzt steuerfrei.

Da in der Steuererklärung nur Einkünfte anzugeben sind, die steuerpflichtig sind, gehören die Beiträge zur Betriebsrente innerhalb der Freigrenze oder bei Direktzusagen und der Unterstützungskasse hier nicht hinein. Gleiches gilt übrigens auch für den Arbeitgeberanteil zur Betriebsrente. Seit 2019 erscheint der Arbeitgeberanteil zur betrieblichen Altersvorsorge zwar automatisch (bei Zustimmung zur elektronischen Datenübermittlung an das Finanzamt) in der Anlage Versorgungsaufwand / Beiträge zur Altersversorgung, wird aber steuerlich nicht berücksichtigt.

Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung können nicht als Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung geltend gemacht werden, da sie schon steuerbegünstigt sind.

Betriebliche Altersvorsorge: Zuschuss des Arbeitgebers

Anfang 2022 „zündete“ die nächste Stufe des Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG), nachdem Arbeitgeber dazu verpflichtet wurden, einen Zuschuss in Höhe von mindestens 15 Prozent zu jeder betrieblichen Altersvorsorge zu zahlen. Voraussetzung ist, dass diese in Form einer Entgeltumwandlung über eine Pensionskasse, Direktversicherung oder einen Pensionsfonds erfolgt. Dieser Arbeitgeberzuschuss zur bAV von 15 Prozent bemisst sich an den eingesparten Sozialversicherungsbeiträgen durch das geringere Bruttoeinkommen. Für den Zuschuss des Arbeitgebers zur Betriebsrente gilt, dass Unternehmen ihren Anteil an der Betriebsrente ihrer Angestellten als Betriebsausgaben in der Steuererklärung geltend machen können.

In der Rentenzeit fallen auf die Betriebsrente Steuern an. Zusätzlich müssen auf die Leistungen Sozialversicherungsbeiträge bezahlt werden.

Ausnahme: Sonderzulagen bei Abfindungen

Bei Sonderzulagen handelt es sich um einmalige größere Einzahlungen, die üblicherweise als Abfindung vom Arbeitgeber gezahlt werden. Bei diesen kann es steuerlich von Vorteil sein, wenn die Abfindung (oder eine sonstige Prämie) nicht mit dem letzten Gehalt überwiesen wird, sondern (teilweise) in die bAV fließt. Dank der dort geltenden Freibeiträge muss so nicht die gesamte Summe versteuert werden.

Steuerpflichtig in der Auszahlungsphase (Rente)

Während die Ansparphase steuerlich begünstigt ist, müssen Rentner ihre Betriebsrente im Rahmen der sogenannten nachgelagerten Besteuerung als Zusatzeinkommen (Altersgehalt) versteuern und zudem Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Hierfür wird nicht mehr die Steuerklasse, sondern der Grenzsteuersatz anhand des gesamten Einkommens innerhalb eines Jahres herangezogen. Grundsätzlich ist durch das allgemein niedrigere Einkommen während der Rente und den daraus resultierenden deutlich geringeren Steuersätzen eine niedrigere Steuerlast zu erwarten. Einen Unterschied macht aber auch der Auszahlungsweg.

Wie wird die betriebliche Altersvorsorge (Betriebsrente) ausgezahlt?

Für die Auszahlung der bAV können Bald-Rentner meist aus diesen drei Optionen wählen:
Lebenslange Rente
Vollständige Kapitalauszahlung (Einmalzahlung der betriebliche Altersvorsorge)
Teilweise Kapitalauszahlung (In der Regel werden ca. 30 Prozent sofort ausgezahlt und das „Restguthaben“ dann als lebenslange monatliche Rente)
Im Leistungsfall wird die betriebliche Rente versteuert, egal ob Sie eine monatliche Rente wählen oder eine einmalige Kapitalauszahlung oder die Kombination. Bei der monatlichen Betriebsrente müssen Sie ab einem Betrag von 164,50 Euro pro Monat (eingeführt 2022) Steuern und Sozialversicherungsbeiträge abführen. Alle Zahlungen, die oberhalb dieser Grenze liegen, werden mit Ihrem persönlichen Steuersatz besteuert. Hinzu kommen durchschnittlich 19 Prozent für Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge.

Betriebliche Altersvorsorge: Rente und Einmalzahlung korrekt in die Steuererklärung eintragen

Viele möchten auf Ihre Betriebsrente lieber voll zugreifen und entscheiden sich für eine sofortige Auszahlung. Doch wie sieht die Besteuerung der Einmalzahlung einer betrieblichen Altersvorsorge aus? Und wie wird sie korrekt in die Steuererklärung eingetragen? Die Leistungen aus der bAV werden unabhängig vom gewählten Weg der Auszahlung als steuerpflichtiges Einkommen gewertet und müssen in der Lohnsteuererklärung wie folgt angegeben werden:
In der Anlage R der Einkommensteuererklärung als „Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen und aus der betrieblichen Altersversorgung“.
Für ältere Verträge vor 2005 gelten besondere Konditionen, sie werden in Feld 36 eingetragen, jüngere Rentenverträge ab 2005 in Feld 31.
Zusätzlich lassen sich hier auch „Werbungskosten für den Bezug von Betriebsrenten“ geltend machen. Das Finanzamt berücksichtigt allerdings automatisch eine Werbungskostenpauschale von 102 Euro.
Auszahlungen aus Direktzusagen oder Unterstützungskassen müssen als Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit in die Anlage N / Feld 11 eingetragen werden.
Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung können als Sonderausgaben in der Anlage Vorsorgeaufwand zu 100 Prozent geltend gemacht werden.
Als Rentner ist eine Steuerklärung verpflichtend, sobald meine eine Einmalzahlung erhält.
Von Ihrem Versorgungsträger erhalten Sie jährlich eine „steuererklärungskonforme“ Übersicht über alle gezahlten Beiträge, also die Kennzahlen, die in die Steuererklärung eingetragen werden müssen.

Besteuerung der betrieblichen Altersvorsorge bei Einmalzahlung

Aufgrund der Steuerprogression fallen auf Einmalzahlungen, also der vollen Kapitalauszahlung von Betriebsrenten, im Normalfall höhere Steuern an. Der Hintergrund: Wird die gesamte Betriebsrente auf einmal ausgezahlt, ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie für das Auszahlungsjahr in einen höheren Steuertarif eingeordnet werden – und unter dem Strich mehr Steuern zahlen als dies bei der klassischen, monatlichen Rentenzahlung über mehrere Jahre der Fall gewesen wäre. Weswegen auch Abfindungen häufig zumindest teilweise in die betriebliche Altersvorsorge fließen, um Steuern zu sparen.

Eine Ausnahme bilden hier die Unterstützungskasse und Direktzusage. Haben Rentner diese Form der Betriebsrente abgeschlossen, können sie ggf. von der Fünftelregelung profitieren, nach der die Kapitalauszahlung steuerlich so behandelt wird, als wäre sie gleichmäßig auf fünf Jahre verteilt.

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